Ein farbiges Spektakel sollte es werden, “The Color Run“. Nach dem anstrengenden Lauf am Freitag, war das der perfekte Ausgleich. Nur 5 km laufen, ohne Zeitmessung dafür mit viel Spaß und Farben. Ich verabredete mich mit Mark auf dem U-Bahnhof „Weberwiese“. Wir hatten herumgehorcht, ob noch mehr Leute Lust haben. Aber irgendwie waren alle schon mit anderen Dingen beschäftigt. Somit waren wir nur zu zweit, um diesen Spaß zu erleben.

Am Olympiastadion angelangt war schnell klar, wo das Spektakel stattfand. Wir brauchten nur der Musik folgen. Auf dem Platz vor dem Stadion war ein großer umzäunter Bereich, der schon voller Menschen war, mit bunten Gesichtern, Klamotten und Haaren. Ganz kurz huschte ein Lächeln über mein Gesicht. Hier, auf diesem Platz, hatte im Februar der Laufkurs für den Berliner Halbmarathon begonnen. Es war kalt und dunkel und ich wusste damals noch nicht, ob ich mein Vorhaben schaffen würde. Inzwischen hatte ich bereits meinen 2. HM absolviert. Wie die Zeit verging … Die Musik und die Leute verbreiten tolle Stimmung. Es sind viele ganz junge Menschen hier, vor allem Mädels und Familien. Eltern samt ihrem kleinen Nachwuchs. Da wird wohl der Papa hauptsächlich das Kind die 5 km tragen. Mark und ich holen unsere Startnummern. Im Beutel ist noch für jeden ein Farbtütchen und ein Stirnband, das wird für den Lauf noch gebraucht. Wir machen uns schick und stellen uns an der großen Schlange für die Garderobe an. Mark ist so nett und bleibt in der Schlange. Ich gehe kurz für „kleine Mädchen“. Als ich zurück bin, ist Mark etwas vorangekommen, aber wir sind immer noch Meilen von der Abgabe entfernt. Das klappt hier bei diesem Event nicht so gut.

.Im Startbereich wird schon das Laufvolk in Stimmung gebracht, da stehen wir immer noch an. Schade, das klingt cool da drüben. Eigentlich würde ich das „warm up“ gern mitmachen. Tja, geht halt nicht.Kurz vor dem Start haben wir es aber geschafft. Wir reihen uns ganz hinten ein, bei den „Versehrten“ und Familien mit Kleinkindern. Was sich für mich kurz komisch anfühlt, stellt sich jedoch als Glück heraus. Hier am Ende wird nicht so sehr mit diesem Farbpulver geworfen. Wir können hier atmen ohne Milliarden von Staubpartikeln in die Lunge zu transportieren. Natürlich wollte ich dieses Farbspiel genießen, deshalb hatte ich auch Mark gefragt, ob er mitläuft. Die Idee fand ich auch an sich immer noch total klasse. Aber wenn ich hier so stehe, hab ich doch den einen oder anderen Gedanken: „Ob ich das wohl gutfinde, winzige Staubpartikel aller Color einzuatmen, um dann tagelang farbigen Schnupfen oder Husten zu haben?“ Mark macht dazu noch eine hübsche Geste. Schönes Kopfkino. So, wir sind am Start angekommen. Der Moderator eines Radiosenders, keine Ahnung welcher, heizt uns ordentlich ein. Die Stimmung ist super! Farbpulver-Wolken fliegen, es geht los! Wir laufen um das Olympiastadion links herum, in Richtung Maifeld.

Dort gibt es die erste Color Zone: Gelb. Mark und ich holen noch mal tief Luft, um möglichst ohne einen Atemzug, durch zu laufen. Die Mädels rechts und links, die uns mit Farbe bewerfen, geben alles. Wir sind nach der Passage schön gelb. Kurz danach kommt Grün. Bei Grün sind die Mädels an den Seiten etwas übermotiviert. Ich werde im Gesicht getroffen. Sogar durch meine Sonnenbrille kommt das Pulver in mein linkes Auge, ich kann nichts mehr sehen. Verdammter Mist. Wir müssen eine kleine Strecke gehen, damit ich mein Auge säubern kann. Mark hat Taschentücher dabei. Wow! Mark du bist ein Schatz. Ich säubere mich, vergieße noch ein paar Tränen aus dem betroffenen Auge und kann dann weiterlaufen. Da wir das langsam tun, fluche und schimpfe ich noch eine Weile vor mich hin. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Ins Gesicht, war verkündet worden, wird nicht geworfen! Ausnahmen bestätigen die Regel. Wir passieren den Glockenturm und laufen am Maifeld vorbei. Viele Läufer um uns herum fotografieren sich gegenseitig und haben viel Spaß. Mark und ich sehen uns das Ganze vergnügt an. So müssen wir das im nächsten Jahr auch machen. Mehr Leute, mehr Spaß. Definitiv!

Nach dem Maifeld kommt die 3. Color Zone: Blau. Tief einatmen, Luft anhalten und durch. Diesmal nimmt mich Mark an die Hand, damit ich mit „Augen zu“ durch die Zone komme. Hier wird wieder ordentlich Farbe verteilt, aber weniger intensiv als in den Zonen davor. Das ist nett. Dafür stolpere ich über irgendwelche Füße. Ich kann ja nichts sehen, falle aber zum Glück nicht. Mark hat mich ja an der Hand. Wäre ja auch noch schöner, zu dem demolierten Auge auch noch aufgeschlagene Knie zu haben. Das sollte doch hier ein echter FUN RUN werden. Da bin ich am Freitag beim Nordberliner Zugspitzlauf aber besser davongekommen. Puh, endlich gibt es Wasser. Wir hatten auch schon einen schönen, farbigen Geschmack im Mund, den wir uns richtig ausmalten. Dieses farblichen Potpourri spülen wir uns jetzt hinunter. Kurz danach kam die letzte Color Zone: Rosa. Mark nimmt mich wieder an die Hand, tief einatmen, Luft anhalten und … bei Rosa ist der Color Wellness Bereich. Hier fliegt keine Farbe herum. Alle Farbe ist auf dem Boden. Manche lassen sich extra auf den Boden sinken und färben sich in rosa ein. Das lassen Mark und ich aus. Dann eben kein Rosa. Schade zwar, aber ich hab keine Lust einen Farbengel zu machen. Auf Steinboden tut das doch weh. Noch ein kurzes Stück und es gibt nochmal Wasser. Davon nehmen wir auch noch, da es im Start-Zielbereich freche 3 € kostet. Es geht dann nochmal kurz um die Kurve und ups …. wir sind schon da … Mark holt noch unsere Farbtütchen raus. Wir fassen uns an den Händen und laufen zusammen durch das Ziel, Farben werfend. Jiiipppiiiii.

Mein ganz persönliches Fazit: Der Lauf kostet satte 28€. Dafür ist er mir doch etwas zu wenig spektakulär. Der Start-Zielbereich ist super, die ColorZones dazwischen ok, die Strecke aber zu ruhig. Auf den Fotos kommt mehr Party rüber. Die Realität kann da nicht ganz mithalten. Da geht noch was!

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