8. Juli 2018 – 34. Schweriner Fünf-Seen-Lauf
Wenn ich meine Geschichten schreibe, höre ich Musik,
um mich einsaugen zu lassen, um ganz und gar in meiner Erzählung zu entschwinden, egal worüber ich schreibe. Derzeit höre ich viel Musik. Mein Manuskript, welches mir meine Lektorin zur Überarbeitung zurück gesendet hat, beinhaltet 36 Kapitel und ich darf mich rühmen, bei Nummer 30 zu sein. Doch die Zeit drängt. Ich möchte endlich fertig werden! Mein zweites Buch ist übrigens kein Laufbuch. Es ist ein Buch, indem es um Liebe und Sex geht, von beidem ist reichlich vorhanden. Um darüber zu schreiben ist coole, sexy oder melancholische Musik hilfreich.
Nun ist die Frage, nachdem ich meine Kopfhörer aufgesetzt habe, schreibe ich an einer neuen Laufgeschichte, schließlich war ich am Wochenende beim Schweriner Fünf Seen Lauf oder arbeite ich weiter an meinem Manuskript? Ich kann mich nicht zerteilen und mein Geld verdiene ich (leider immer noch) mit meinem „normalen“ Job, als Angestellte, statt mit dem Schreiben von Geschichten. Am Tisch meines Mini-Apartments in Kiel sitzend, schließe ich die Augen und lasse meinen Bauch entscheiden, was ich tippen möchte. Der Beat meiner Kopfhörer dröhnt … Bähm, bähm, bähm … Sonne zieht an meinem inneren Auge vorbei und das Lächeln meines Mannes – okay – es ist entschieden.
Meine Damen und Herren! Ich präsentiere Ihnen den Schweriner Fünf-Seen-Lauf:
Gleich vorneweg die Frage: Kann es den Schweriner Fünf-Seen-Lauf ohne die 30 Kilometer Strecke geben? Ist dieses Event dann noch das Selbe? 2018 war der 34. Lauf seiner Art. Durch umfangreiche Bauarbeiten auf der ehemaligen Strecke war es dem Veranstalter nicht möglich, die frühere Streckenführung beizubehalten. Vor drei Jahren war ich das erste Mal in Schwerin zu Besuch, um mich dieser besonderen Herausforderung zu stellen. Zwischen dem „Halben“ und dem Marathon gibt es nur wenige Läufe.
Da ich bis heute keinen Marathon gelaufen bin, waren die dreißig Kilometer in und um Schwerin eine willkommene Abwechslung. Das Hotelzimmer war gebucht und der Termin für 2018 im Kalender bereits rot angestrichen, da kam die Nachricht des Veranstalters. Keine dreißig Kilometer Strecke mehr. Kein Erklimmen des „Pickels“. Ohje! Absagen ging nicht mehr, das Hotelzimmer war bezahlt und eine Stornierung nicht mehr möglich. Tja, Pech jehabt. So hieß es, dabei sein ist alles.
Der „Halbe“ sollte es dann sein
Die Alternative eine dreißig Kilometer Strecke in zwei, nacheinander stattfindenden Läufen zu absolvieren, kam für mich nicht in Frage, da es nicht möglich war, durchzulaufen. Eine Pause von fünfzehn Minuten, bis zum nächsten Start, hätte mir den Flow verdorben. Nee, das lassen wir mal lieber. Am Start zu meinem Halbmarathon hatte ich allerdings vereinzelt LäuferInnen gesehen, die dieses Experiment wagen wollten. Wie es ihnen gefallen hat, weiß ich allerdings nicht, muss ich zugeben.
Aber beginnen wir doch von vorne:
Meine Anreise war in diesem Jahr von Kiel aus
Seit Mitte April lebe und arbeite ich in dieser Stadt, im Norden unserer Republik. Die Luft hier ist sauber, die Möwen laut und die Mieten noch bezahlbar. Die Menschen sind erfrischend, auf ihre spezielle Art und das Meer allgegenwärtig. Trotzdem fällt es mir noch schwer, dort Fuß zu fassen. Das jedoch, ist ein anderes Thema und gehört hier nicht hin.
Als ich am Freitagabend am Schweriner Hauptbahnhof ankam, schlug mein Herz bis zum Hals. Nach drei Wochen sah ich endlich meinen Mann wieder. Sein Zug würde wenige Minuten nach meinem auf dem Bahnhof einfahren. Es sollten intensive Tage werden, sportlich und emotional gesehen. So unser Ziel! Viel Leidenschaft, für die Liebe und das Laufen.
Nervös tippelte ich den Bahnsteig entlang
und versuchte in der Ferne den IC zu erspähen, indem Marc sitzen sollte. Nach zäh vergehenden Minuten fuhr sein Zug endlich ein. Wir fielen wie ein Teenie-Paar übereinander her und wechselten das Küssen mit gegenseitigem Drücken unserer Oberkörper ab. Marc festzuhalten fühlte sich wie nach Hause kommen an. Wie zwei Schmalzstullen strahlend im Gesicht vor Freude, traten wir den Weg zum Hotel an. Auf unser kleines Zimmerchen mit Zugang zur Dachterrasse und Ausblick auf das Schweriner Schloss freuten wir uns schon sehr. Im letzten Jahr hatte es geregnet, es war verdammt kalt und Marc konnte gar nicht mitlaufen. Er war nur bis zum Morgen meines Starts in der Stadt und musste dann abreisen. Dieses Jahr war alles anders: die Sonne schien, es war warm und wir beide waren gemeinsam am Start und darüber hinaus zusammen. Mehr ging nicht!
Im Hotel angekommen, sortierten wir schnell unsere Sachen, warfen einen Blick von der Dachterrasse auf die Straßen und das Schloss von Schwerin und machten uns erneut auf, um unsere Startnummern abzuholen. Beim Weg dorthin genossen wir die Wärme und die Sonne.
Die Häuser der Schweriner Altstadt sind wundervoll restauriert
und die Straßen mit ihren vielen kleinen Geschäften laden zum Bummeln ein. Hier gibt es nur sehr wenige Standard-Ladenketten, die jede Innenstadt der Republik einkaufstechnisch wie eine Blaupause erscheinen lässt. Überwiegend sind es Boutiquen, Restaurants, Manufakturen und Cafes, die einen eigenen, charakteristischen Charme für diese Stadt entfalten. Nachdem wir unsere Startnummern abgeholt hatten, setzten wir uns mit knurrendem Magen in unser Zimmer und genossen selbst gemachte Frikadellen und mediterranen Nudelsalat. Beides hatte ich mit viel Liebe bereits in Kiel angerichtet und mitgeschleppt. Auf der Terrasse hätten wir uns das Abendessen mit Wespen teilen müssen. Dazu waren wir aber nicht bereit und hatten uns daher von dort wieder zurückgezogen. Glücklich schmatzend saßen wir nun im Zimmer und genossen. Nebenbei schauten wir Fußball. Die WM mochte ja ohne Deutschland weiter gehen, das war kein Grund, nicht dabei zu sein. So manche Spielpartie versprach viel Spannung, wie Brasilien gegen Belgien, die 1:2 endete.
Eng umschlungen im Bett liegend endete unser Abend, während wir noch Pläne schmiedeten, wie wir wohl morgen laufen würden …
Am nächsten Morgen blinzelte ich verschlafen meinen Mann an,
während ich mich zu ihm drehte. Er war bereits wach und sah mich mit einem breiten Lächeln an und meinte, es sei schon spät. Was? Echt jetzt? 11:15 Uhr sollte unser Lauf starten. Das Zimmer war bereits hell und sonnendurchflutet. Oh Gott! „Es ist schon 6:22 Uhr. Ich bin seit 6 Uhr wach, du Schlafmütze.“ Dabei schaute er mich wie ein kleiner Schelm an. Beide lachten wir laut und pustend auf und konnten gar nicht aufhören.
Nun gut, es war also noch früh. Jedenfalls für mich. Gut. Ich entspannte wieder und reckte mich. „Machst du uns Kaffee, meine Kleine?“, fragt Marc. Klar doch! Nachdem ich mich aus dem Bett geschält hatte, machte ich den Kaffee und schaute nebenbei auf die Dachterrasse hinaus.
Draußen zeigte sich keine einzige Wolke am blauen Himmel
Die Möwen flogen kreischend umher und gaben mir für einen Moment das Gefühl, in Kiel zu sein. Mit heißen Kaffee stieg ich wieder ins Bett, unter die Decke meines Mannes. Marc küsste mich und nippte sofort glücklich an seinem Kaffee, ich ließ meine Tasse, wie immer, abkühlen. Klassik Lounge Musik untermalte unseren Morgen, während die Sonne weiter empor stieg.
Zwischen Kaffeetasse zwei und drei, diskutierten wir weiter, wie wir laufen würden. Ich wollte auf jeden Fall mal wieder schnell unterwegs sein. Also nicht so schnell wie früher. Eine Pace von 5:35 pro Kilometer konnte ich mir nicht mehr vorstellen zu laufen, aber mit einer 6er Pace, wollte ich die 21 Kilometer schon rocken. Schließlich hatte ich diese Geschwindigkeit auch in den letzten Jahren über die Distanz von 30 Kilometer beim Schweriner Fünf-Seen-Lauf halten können.
Zudem hatte ich die letzten Wochen viel und in verschiedenen Variationen trainiert. Lange und langsame Läufe, Treppen und Anstiege hatte ich läuferisch erklommen. Mit einer 6er Pace war ich einige Male über 10 Kilometer durch die Kiel gelaufen, immer mit der Belohnung, auf der Mitte der Strecke auf den Nord-Ostssee-Kanal schauen zu können. 30 Meter unter sich das Wasser und so manchen großen Pott zu sehen, ist unbeschreiblich. Marc und ich beschlossen beim Lauf getrennte Wege gehen und nur den Startschuss gemeinsam zu erleben. Danach war jeder auf sich gestellt. Im Ziel wartete der Eine auf den Anderen. Abgemacht!
Nach einem ausgiebigen Frühstück
ging´s zum Start-Zielbereich am unteren Ufer des Burgsees, dem Bertha-Klingenberg-Platz. Unser Hotel war nur wenige Geh-Minuten entfernt, was einen entspannten Spaziergang aus dem Weg dorthin machte. Das Schweriner Schloss stand, bis auf einen Turm der umhüllt war, in voller Pracht in der Mittagssonne und machte seinem Ruf als „Neuschwanstein des Nordens“ alle Ehre.
Wir schossen noch ein paar Bilder und trotteten weiter. Im Startbereich eingetroffen, gaben wir unser leichtes Gepäck ab und stellten uns in die kurze (!) Schlange vor den DIXI-Klos an. Wie geil war das denn? Eine kurze Schlange am Klo, welches auch noch sauber war und 5 Minuten vor dem Start auch noch Klopapier. Das waren paradiesische Zustände!
Das musste mein Glückstag sein!
Meiner Zielzeit von 2:06 h stand wohl nix Wege, wenn ich die Vorzeichen richtig deutete. Nun denn, auf ging´s! Der Start war unspektakulär. Wir waren ein überschaubarer Haufen von nicht ganz 490 Teilnehmern beim Halben, wir zählten gemeinsam von 10 auf 1 runter und liefen los.
Im Gegensatz zu vielen anderen Wettkämpfen in meiner Vergangenheit hatte ich keine Musik auf den Ohren. Mein Lauferlebnis sollte pur sein. Das hatte natürlich nicht nur positive Nebenwirkungen. Das Quasseln oder das Schnaufen von anderen TeilnehmerInnen in meiner direkten Nähe, war für mich oft schwer zu ertragen, muss ich gestehen. Geschnauft wurde anfänglich noch nicht, dafür viel geplaudert. Immer wieder legte ich deshalb einen schnellen Zwischenspurt ein, um in Ruhe auf der rechten Seite der Strecke laufen zu können. Ich lief gern rechts, ganz am Rand, was by the way, überhaupt nix mit meiner politischen Gesinnung zu tun hat, um das ein für alle Mal klarzustellen.
Von der Burgseepromenade, am Schloss vorbei,
über den Franzosenweg, zum Strand von Zippendorf lief alles ruhig und rund. Meine Pace pegelte sich zwischen 5:40 bis 6:05 ein. Mein Atem ging entspannt und ich hatte das Gefühl, eher einen sonntäglichen Long Run, als einen Halbmarathon-Wettkampf zu bestreiten. Die Sonne strahlte hell und intensiv vom immer noch wolkenlosen Himmel auf uns herab. Trotzdem war es nicht heiß. Die Kühle der Luft tat gut, im Schatten war es stets angenehm, da es bis zum Mittag nur um die 24 Grad warm war. Ein frischer Wind spendete ebenso Abkühlung. In diesem Sommer waren wir in Deutschland und selbst im sonst so kühlen Norden, anderes gewohnt. Nämlich, Hitze!
Nachdem wir Mueß durchlaufen hatte, bogen wir rechts ab und liefen die Crivitzer Chaussee entlang, was sehr unangenehm war, weil, auf geteertem Untergrund, unter praller Sonne, neben sich der Autoverkehr. Mir fehlte spätestens hier die alte Strecke, der Wald, die Wiesen …
Ich stelle mir vor, wie Marc innerlich kochen würde, weil ihm die Strecke nicht gefiel. Dabei hatte ich ihm so vorgeschwärmt, wie toll es wäre, hier dabei zu sein. Mir selbst fehlten die informativen Schilder, die sonst entlang der Strecke standen und den Läufer darüber informierten, wo er war. Vor allem aber fehlten mir die Kilometer Tafeln, die sich besonders hervortaten, weil sie anzeigten, wie lange man noch zu laufen hatte (z.B., noch 15 Kilometer), anstatt, wie üblich, wie viel Strecke absolviert war. Das hatte mir mental immer geholfen. Nun gab es gar keine Beschilderung.
Wie zum Teufel sollte ich wissen, wie weit ich war?
Nun gut, ich hatte meine Sportuhr dabei, aber nicht jeder Teilnehmer hatte solch ein Ding um. Während ich so vor mich hin tutterte passierte ich die Crivitzer Chaussee und war endlich wieder in ruhigerer Umgebung. Als wir nochmals am Zippendorfer Strand entlang liefen, kam ein Versorgungsstand, an dem ich mir ein Traubenzucker eingepfiffen hatte. Gott sei Dank, denn ich war mittlere Weile über eine Stunde unterwegs, knapp über 10 Kilometer nach Aussage meiner Sportuhr und ein Anstieg über eine Brücke stand mir bevor. Herrje! Was sollte das denn sein?
Da sollte ich hoch laufen? Nee, definitiv nicht!
Den Anstieg gehe ich hoch, entscheide ich spontan. Eine weise Entscheidung, denn nachdem es wieder runter ging, gab es noch einen Anstieg, nicht so hoch, aber trotz allem eine Ansage für mich. Da ich jedoch Kraft gespart hatte, war es mir möglich an dieser Stelle langsam hoch zu laufen. Moderat. Auch den Rückweg der Brücke konnte ich laufen anstatt zu gehen. Glücklich lief ich die Brücke hinunter und links auf den Franzosenweg. Dort hatte ich dann leider einen Läufer, der unbedingt direkt neben mir laufen musste und mir währenddessen ins Ohr schnaufte, mit allem, was sein Lungenvolumen hergab. Dazu gesellte sich eine Dame, die es ihm fast gleich tat. Hier musste ich weg, dachte ich und spurtete los. Dabei stolperte ich und für einen Moment hatte ich das Gefühl, die Strecke vermessen zu müssen, konnte mich aber abfangen. Das war ja noch mal gut gegangen.
Beim nächsten Lauf trage ich doch wieder meine Kopfhörer, denke ich kurz
Glücklicher Weise geht dann alles gut. Ich stolpere nicht mehr und mir pustet niemand mehr ins Ohr. Bis zum Faulen See mussten noch zweimal Anstiege bewältigt werden und es ging ein wenig durch den Wald, was mir das Gefühl gab, dem früheren Laufevent nah zu sein. Ja, so zu laufen, wäre cool. Zwischendurch fragte ich mich immer wieder, wo Marc war und wie es ihm ging. Wenn mir Läufer entgegen kamen, hatte ich stets nach ihm Ausschau gehalten. Ich versuchte den Fokus bei mir zu belassen, schweifte aber gedanklich immer wieder zu meinem Mann ab.
Was, wenn ihm der Lauf nicht gefiel, ihm die Sonne zu sehr auf den Pelz brannte. Vielleicht war er enttäuscht.
Am Versorgungspunkt bei Kilometer 17 fragte ich, ob es noch einen weiteren Stand vor dem Ziel gab. Wie bei allen anderen Ständen, sind die Helfer sehr ambitioniert und hilfsbereit. Nach einigen Nachdenken und sich beraten bekomme ich Auskunft. Ja, es gibt noch einen letzten Versorgungspunkt. Während ich mein Wasser mit Zitrone genieße und mich für die Auskunft bedanke, pickst mich etwas leicht in die Taille.
Ich schaute mich um und sah Marc. Geil!
Er war mir auf den Fersen. Es musste ihm also gut gehen. Er schaute sich nicht um, wie abgesprochen. Jeder macht seinen Lauf, war die Ansage. „Mein Mann ist an mir vorbei. Das geht gar nicht!“, witzelte ich, als ich dem Helfer am Stand, meinen leeren Becher zurück gebe. „Na dann, hurtig.“, sagte dieser schmunzelt. Natürlich wollte ich Marc nicht überholen. Schließlich hatte ich ihm versprochen, nicht an mein Limit heran zu laufen. Wir wollten beide das Wochenende zusammen genießen und nicht, wie erschossen, nach dem Halbmarathon auf unserem Zimmer liegen und nix mehr rocken können.
Stattdessen genoss ich den Gedanken, ihn zu sehen. Er wollte mit einer Pace von 6 durchlaufen, das entsprach im Grunde meiner Pace. Wenn alles gut lief, würden wir fast zur selben Zeit ins Ziel kommen. Mit einem breiten Lächeln machte ich mich wieder auf die Piste, mein Ziel und meinen Mann im Auge.
Die letzten Kilometer zogen sich
Mein Atem war noch ruhig, es waren eher meine Beine, die langsam anzeigten, knülle zu sein. Die Sonne am Himmel und somit die Wärme forderten doch ihren Tribut. So blieb ich einfach so langsam oder schnell, je nachdem, wie man es sieht, und trottete weiter. Ungefähr anderthalb Kilometer vor dem Ziel hörte ich den Sprecher, der wieder alle TeilnehmerInnen namentlich nannte, und im Ziel begrüßte. Ja, ich will auch! Ist ja nicht mehr lange. Einfach meinem Mann hinterher …
Alles hat ein Ende, auch dieser Halbmarathon. Ich passierte den Schlossgarten und kam dort an, wo wir gestartet waren, am Bertha-Klingenberg-Platz. Einen Sprint legte ich nicht ein. Wozu? Meine Sportuhrzeit zeigte zwei Stunden und vier Minuten an. Das war unter Berücksichtigung von Wetter und Streckenprofil eine superduper Zeit. Wann war ich das letzte Mal so zügig unterwegs, vor allem so entspannt? Ich konnte mich nicht erinnern! Ich hörte den Sprecher am Mikro den Namen meines Mannes ansagen. Er war angekommen. Marc, ich folge dir! Einige Sekunden flog mein Name durch die Luft, jäh!
Ich schaute in den Himmel und sendete einen Kuss und einen Gruß dorthin
Da oben sind immer zwei, die auf mich schauen und mich beschützen. Dann lief ich ein und sah prompt Marc stehen und auf mich warten und fiel ihm in die Arme. Wir klatschten uns ab und knutschen dann eine Runde, Schweiß an Schweiß, klebend. Nach kurzer Akklimatisierung holten wir uns ein leckeres alkoholfreies Krombacher, dabei strahlten wir um die Wette. Hier zusammen zu sein, war für uns beide wichtig. Es machte uns glücklich und vertiefte unsere Beziehung, die auf die Ferne ausgerichtet ist.
Dann aber musste natürlich noch der Gang zum Urkundenstand sein. Da ich sowieso nicht stille sitzen konnte, machte ich mich los. Tatatataa: meine Zeit von 2:05:39 war toll!. In meiner Altersklasse belegte ich damit Platz 17. Stolz und sehr, sehr glücklich machte ich mich mit Marc Hand in Hand auf den Weg ins Hotel.
Am Abend saßen wir auf unserer Dachterrasse
und verspeisten nach einer großen Pizza, genüsslich ein Ben&Jerry´s Eis. Jeder einen Becher! Wie geil lecker! Gib jedem Tag die Chance der schönste deines Lebens zu werden, schrieb schon Mark Twain. Auch wenn ich auch schon wieder an unsere Trennung denken musste, weil ich nun mal so bin, war ich glücklich. Das Leben kann so unbeschreiblich schön sein …
Fazit des Tages: Was gibt es Schönes im Leben, als eine Leidenschaft mit dem Menschen zu teilen, den man liebt … Na? Fast nichts … Nur Eis essen ist schöner 😉
Fazit zum Lauf: Es ist definitiv nicht mehr DER Schweriner Fünf-Seen-Lauf, wie ich ihn kennen gelernt und lieb gewonnen habe. Es ist ein Event, welches Schweriner Fünf-Seen-Lauf heißt und sich in Kombination mit dieser wunderschönen Landeshauptstadt, lohnt zu laufen.
Nächste Jahr sind wir wieder dabei!
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