Läuft man bis zum Ende der Schlucht, gelangt man zum Schanzenwald. Und wie so oft in Berlin ist das ein vom Militär geprägtes Areal. Ab 1840 wurde der Wald vom preußischen Heer als Übungsgelände und Schießplatz genutzt, der Name Schanzenwald bezieht sich auf die Errichtung von Kasernen und Schießständen. Die Nazis schließlich errichteten auf dem Gelände eine Exekutionsstätte für Wehrmachtsangehörige. Zwischen dem 12. August 1944 und dem 14. April 1945 wurden hier Deserteure, Wehrdienst- und Befehlsverweigerer unterschiedlicher Dienstgrade, mehrheitlich nach Urteilen des Reichskriegsgerichtes, standrechtlich erschossen. Die genaue Anzahl der Opfer ist nicht bekannt,  230 von Ihnen konnten bisher namentlich ermittelt werden; viele der Opfer wurden nach der Exekution im Spandauer Fort Hahneberg beerdigt. Erst 1998 übrigens hob der Deutsche Bundestag die rechtsstaatswidrigen Entscheidungen der NS-Terrorjustiz auf und sprach den Opfern “Achtung und Mitgefühl” aus.

Wer hinter den grünen Flecken, die der Berliner Stadtplan rund um das Olympiastadion verzeichnet, ein Naherholungsgebiet vermutet, der hat sich gründlich getäuscht: Der Großteil des Geländes zwischen den beiden Ausfallstraßen Charlottenburger Chaussee und Heerstraße ist eingezäunt. Schilder wie „Betreten verboten. Lebensgefahr“ wimmeln selbst den hartnäckigsten Spaziergänger ab. Hier trainiert die Polizei. Das Gelände hat das Land Berlin von den englischen Alliierten geerbt, die es wiederum von den Nazis übernahmen. Gegen Ende des Krieges haben hier, an dem Schießstand in der Murellenschlucht, massenweise Hinrichtungen stattgefunden.

Um in den letzten Kriegstagen die Truppen zusammenzuhalten, waren im Februar 1945 sogenannte Standgerichte eingerichtet worden. Sie hatten den Auftrag, jeden, der den Wunsch nach Beendigung der Kämpfe äußerte oder am Endsieg Deutschlands zweifelte, auf der Stelle abzuurteilten. „Die Urteile können nur auf Todesstrafe oder Freispruch lauten“, so die Anordnunug. „Die Vollstreckung findet durch Erschießen, wenn es sich um besonders ehrlose Lumpen handelt, durch Erhängen statt.“ Für die Ablehnung von Gnadengesuchen gab es Massenvordrucke. Die Urteile wurden vollstreckt, bis zum letzten Tag, im Namen des Volkes.

Auf dem Schießstand starben Hitlerjungen, Soldaten, Offiziere, Generäle durch die Kugeln ihrer ehemaligen Kameraden. Als Bestandteil ihrer Ausbildung wurden Jugendliche des letzten Aufgebots gezwungen, an den Hinrichtungen teilzunehmen. „Um ihre Nerven zu stärken“, wie es hieß. Helmut Altner war 18, als er an den Hinrichtungen teilnehmen mußte.

„Wir marschierten Richtung Schießstand. Der Feldwebel erklärte uns, daß heute Hinrichtungen stattfinden, denen wir zusehen müssen. Neben dem Schießstand steht unter Bäumen ein kleiner, grauer Wagen. Die Fenster sind vergittert. Drei Männer sitzen darin. Zwei SS-Männer kommen und drücken den Häftlingen noch einmal die Hand. Frühere Kameraden. Dann verschwinden sie zwischen den Bäumen. Die Insassen des Wagens steigen aus. Alle tragen Handschellen. Einer raucht unbeholfen mit den gefesselten Händen die letzte Zigarette. Das Erschießungskommando hat Aufstellung genommen. Wir müssen zum Richtplatz. Rechts neben dem Erschießungskommando nehmen wir Aufstellung. Die Kleinen vorn, damit ja jeder etwas sieht. Die Häftlinge drücken dem Geistlichen zum letzten Mal die Hand. Er hebt segnend seine Hände und tritt zurück. Die Verurteilten haben die Köpfe gesenkt. Der Jüngste ist 18, die anderen nicht viel älter. Das Kommando legt an. ,Lebt wohl, Kameraden!‘ ruft eine helle Stimme, dann senkt sich der Degen des Offiziers: ,Feuer!‘ Plötzlich sind alle Pfähle leer. Aus dem Holz läuft Blut, als wären sie es, die getötet wurden. Der Kleine hebt sich noch einmal empor. Aus seinem Mund läuft Blut. Der Arzt setzt die Pistole an die Schläfe und drückt ab. Ich habe einen bitteren Geschmack im Munde. Als wir abrücken, sind alle unnatürlich blaß. Vor dem Kasernentor überholt uns ein Auto. Fracht: drei Särge.“

Nach Schätzungen der Polizei wurden hier 400 sogenannte Wehrkraftzersetzer erschossen. Bis heute erinnert keine Gedenktafel an die Opfer. „Wir können den genauen Ort der Hinrichtungen doch gar nicht lokalisieren“, redet sich der Öffentlichkeitsbeauftragte der Polizei, Herr Held, heraus. Anderer Ansicht ist da eine Initiative zur Gestaltung der Murellenschlucht. „Zeitzeugen konnten sich bei einer Geländebegehung ziemlich genau an den Ort erinnern“, versichert der pensionierte evangelische Pfarrer Manfred Engelbrecht. Die Initiative fordert die Öffnung des Geländes und die Errichtung eines Mahnmals.

Heute nur mal ganz kurz:

8km beim Craft Women´s Run. In der zweiten Reihe ganz vorn gestartet. Gutes Feeling, starker Lauf, aber super anstrengend. War einige Male am Maximun. Muss ich nicht mehr unbedingt haben. Besser etwas langsamer! Nehme ich mir ganz doll vor! Meine Zeit super, da drei kleine Anstiege dabei sind. Von über 700 Starterinnen bei den 8km bin ich 49. geworden und in meiner AK 6.! Leider hing ich dafür zwei Stunden nach Zieleinlauf in den Seilen, als mein Mann mich zum Essen ausführen wollte….


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