Nr.3 der 33 laufenden Geschichten

24. August 2014 SportScheck Stadtlauf

Ich fang mal so an:

Die Vorbereitung für diesen Lauf war optimal. Die zwei Nächte davor waren es nicht. In der Nacht von Freitag auf Samstag, gegen 3 Uhr, beschloss Maya sich mehrmals zu übergeben. Damit war aller Schlaf vergessen. Betten x-mal neu beziehen, Kind trösten, Waschmaschine starten, versuchen zu schlafen.

5 Uhr bin ich dann aufgestanden. Es brachte ja nichts mehr … Also reichlich Kaffee trinken, eine Tafel Schokolade verdrücken und… ab zum Dienst ins Labor. Derweil musste meine große Tochter Géraldine Maya pflegen, weil mein Mann auch arbeiten musste. Somit waren wir alle total matschig, als der Tag rum war. Maya von ihrer Krankheit, mein Mann Mike, Géraldine und ich vom Schlafmangel, dem Job oder wegen der Ganztagsbetreuung von Maya. Dann endlich… es ist Abend und ich kann 20Uhr ins Bett gehen. Leider hat mich Maya dann am Sonntagmorgen um 5 Uhr aus dem Bett geholt.

Also bin ich etwas müde und mürrisch aus dem Bett geschlürft

Ab jetzt übernimmt mein Mann Maya und kümmert sich liebevoll um sie. Ich darf zum Wettkampf gehen. Das ist lieb von ihm, denn laufen ist zu meiner Leidenschaft (und meiner Therapie) geworden. Von Letzterem weiß nur niemand. Die Ehe mit meinem Mann ist für mich kein zuckerschlecken, trotz Paartherapie bin ich unglücklich. Ich verarbeite meine Sorgen und Ängste durch das Laufen. Selbstbestätigung und Anerkennung, hole ich mir mittlerweile durch meine Lauferfolge und meine neuen Freunde aus dem AOK After Work Run.
Trotzdem fällt mir die Motivation heute zum Event zu fahren mal schwer. Grrrrr und heute möchte ich auch noch Bestzeit laufen? Ok, ich hab mich motiviert so gut es geht, gefrühstückt und mich fertig gemacht. Dann ab nach Steglitz, Schloßstraße. 9 Uhr soll Start sein.

Die Sonne scheint wunderschön

Es ist trotzdem kalt, es sind nur 13°C. Im Umkleidezelt entscheide ich mich trotzdem für kurzes Laufzeug und husche dann schnell rüber zu den DIXI Klo´s. Ach du Sch… eine ziemlich lange Schlage zieht sich durch die Gegend. Noch 15 Minuten bis zum Start. Ich entscheide mich für die linke Schlange und … na klar, das ist genau die langsamere der Schlangen … super! Aber es reicht noch. Während der Countdown läuft komme ich im Läuferfeld an. Ich starte noch schnell meine Sport App und die Musik und … ab geht es. Ich habe mir eine Zielzeit von 57 Minuten auf den Viertelmarathon (10,5 km) vorgenommen. Mit cooler Musik auf den Ohren und nun auch etwas entspannter, laufe ich los.

Na super,

nach den ersten 500 Meter geht es leicht Bergauf. Die Steigerung geht auf 50m hoch und zieht sich, für mich angefühlt, unendlich lange. Endlich! Nach ca. einem Kilomter läuft man schnurgerade. Von da an läuft es sich gut, sehr gut. Mein Gefühl ist super. Ich lasse mich fallen. Genieße Kilometer um Kilometer, mit meiner Musik auf den Ohren und den Massen an LäuferInnen um mich herum. Bei Kilometer 8 komme ich dann kurz ins Grübeln. Die Zeitansage im Handy und die Kilometerzahl sagen mir, dass ich ziemlich langsam bin. Äh? Wie jetzt? Wenn das stimmt… dann hast du vielleicht ein tolles Laufgefühl Süße, aber wirklich schnell und somit auf Bestzeit-Kurs, bist du definitiv nicht!

Ich hab noch Reserven

und aktiviere diese jetzt. Drück mal auf die Tube Mädel, wenn du noch was rocken willst. Die Sonne scheint immer noch wunderschön und fühlt sich gut an. Die viele Leute an der Strecke jubeln uns zu. Samba-Trommler sorgen für Gänsehautfeeling. Da! Das Ziel! Ich sehe es! Ich renne mit maximaler Anstrengung auf das Ziel zu. Meine Zeit 1:03 und irgendwas … hm, denke ich ganz schön langsam. Nun gut, der Start hatte sich sehr verzögert. Wir haben lange gebraucht um durch den Startbereich zu kommen. Egal! Mir geht es super. Ich fühle mich toll und meine Sport App sagt, ich bin 58 Minuten gelaufen. Also Kopf hoch, alles super. Ich genieße den Cooldown und mache ich mich auf, zum umziehen. Auf dem Rückweg schlendere ich durch die Stände, die sich hier aufgestellt haben. Dabei komme ich an einem Samsung-Stand vorbei. Dort kann man schon jetzt seine Ergebnisse ansehen. Na, dass mach ich doch mal. Name eingeben und …

WOW! 55:59 ist meine Zeit über die 10,5 Kilometer

Na, wer sagst denn, cooles Feeling, coole Zeit! Mit einem breiten Grinsen und wunderschönen Glücksgefühlen im Körper mache ich mich im sonnigen Steglitz auf den Weg zum Brunch ins „Girasol“ im Prenzlauer Berg. Mike kümmert sich derzeit noch ganz lieb um unsere kranke Maya. Eigentlich wollten Mike und ich zusammen zum Brunch. Am reservierten Tisch sitze ich nun allein. Nach einem reichlichem Essen mache ich mich auf nach Hause, schließe meine kleine Maya in die Arme und verbringe mit ihr und meinem Mann noch einen schönen Nachmittag.